Mit einem Nachwort von Evelyne Polt-Heinzl
ca. 220 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Erscheint im Februar 2019


€ 22.00

ISBN 978-3-903184-34-3

Joe Lederer

BRING MICH HEIM

Joe Lederer erzählt in ihrem stilistisch treffsicheren Roman von der feinen Gesellschaft und ihrer Dekadenz und Verlorenheit. Einsamkeit, lange Nächte, Rausch und kein Daheim. Von Liebschaften, die kommen und gehen, von Rastlosigkeit und Stillstand im Luxus. Ein Klassiker mit feiner Klinge, wiederentdeckt.

Jeannine Maran ist eine einsame Frau. Seit acht Tagen weilt sie mit ihrem Jugendfreund Harald und der geliebte Dogge Tommy in Florenz. Alkohol und Ennui bestimmen ihren Tagesablauf, bis Jeannine beschließt, einen wichtigen Ort ihrer Kindheit, eine Villa am Meer, wiederaufzusuchen. Als Jeannine 16 war, verbrachte sie dort einen Sommer – und verliebte sich in ihren älteren Cousin Andy. Jeannine liebt Andy noch immer, doch er ist aus ihrem Leben verschwunden. Im Zug lernen Jeannine und Harald den bekannten Schauspieler Mathieu Corodi kennen, und da es nur ein Hotel im Ort gibt, mieten sich alle drei dort ein …

Mit feiner Klinge analysiert Lederer, was am ewigen Missverständnis zwischen den Geschlechtern schuld ist: Komplexe, Obsessionen, kindliche Kränkungen, Rollenvorgaben, ungleich verteilte und durchaus wechselnde Stärken und Schwächen. Nicht selten scheitern die Figuren – Männer wie Frauen – daran, dass sie sich und ihrem Gegenüber etwas vorspielen, was sie nicht sind. So entstehen ausdifferenzierte psychologische Porträts aller Akteure, selbst nur flüchtig auftretende Figuren erhalten eine Tiefendimension.

Nach Erscheinen ihres ersten Romans Das Mädchen George wurde Lederer der Titel „deutsche Colette“ verliehen. Im Juli 1935 wurde ihr gesamtes literarisches Werk verboten. Bring mich heim erschien erstmals 1932, Lederer verarbeitete darin ihre Liebesgeschichte mit Hans Albers.

„War es nicht schlimm bestellt um diese Welt, in der es Männer und Frauen gab? Eine unabwendbare Gewalt zwang sie, sich zu suchen, sich in Rausch und Tränen, Küssen und Verzweiflung zu lieben, um wieder voneinandergetrieben zu werden, mit entgötterten Augen und gesättigt von Überdruss. Was für ein schrecklicher Zauber, der einen Mann so verblenden konnte, dass er ein normales, gesundes Mädchen zuerst für eine Blumenelfe und dann für eine eiserne Kette hielt!“

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