180 Seiten, Klappenbroschur

€ 15.50

ISBN 978-3-85286-194-4

Fabian Faltin

Gute Macht

GUTE MACHT – die Apokalypse naht.
Die starke Stimme eines jungen Autors, der das Recht auf Nichtstun, Weltenträumerei und Liebe bravourös und äußerst fantasievoll einfordert.
Gute Macht befiehlt: Einatmen. Lesen. Ausatmen

Kirk, spießiger Antiheld und lebendes Lexikon des auslaufenden Informationszeitalters, hat sich in einem Ferienbungalow verschanzt. Aus Angst vor einer diffusen blauen Strahlung hält er alle Rollläden dicht verschlossen, trägt eine Panzerung und lässt sich sein Essen vom Home Service bringen. Seine Mitmenschen sind kaum noch wiederzuerkennen, wie von einem okkulten Fanatismus angesteckt.
Als Kirk Bekanntschaft mit der jungen Star-Journalisten Cruz macht und wieder Lust am Leben bekommt, ist es fast schon zu spät: Nahrung ist knapp geworden, genauso wie Luft und Liebe.
Erschöpft von imaginierten Weltuntergängen, stündlichen Wetter-, Klima- und politischen Machtwechseln und den immer weiter ausufernden Informationen und Photos im World Wide Web, verfallen die beiden Seite an Seite in einen reptilienähnlichen Halbschlaf. Alle Weltgebiete beginnen zu verschmelzen in einer ätherischen, bläulich eingefärbten Stagnation, die Mitmenschen haben sich zum Schutz vor dem Klimawandel in riesige Kühlhallen zurückgezogen. Es ist an der Zeit für Kirk, über seinen eigenen Schatten zu springen und die Gute Macht anzurufen ...

Gute Macht ist politisches Manifest und lapidäre Zeitdiagnose.
Gute Macht ist chaotischer Äther und intellektueller Höhenflug, in lupenreinen Erzählstil gegossen.
Gute Macht befiehlt: Einatmen. Lesen. Ausatmen

Cruz, die werdende Kriegsjournalistin, hatte ihm nicht umsonst das Leben gerettet; wenn Kirk überhaupt noch lebte. Sie brauche vorübergehend eine Bleibe, sagte sie, seine Tür sei offen gestanden. Bei ihm könne sie leicht ein, zwei Sachen abstellen. Sie wolle mobil bleiben.
Sicherlich, sicherlich, zeigte sich Kirk verständnisvoll, ohne viel verstanden zu haben. Unter derartig extremen Umweltbedienungen, verdeutlichte er, benötige jede Existenz ihre eigene Schutznische, eine simple Frage des Überlebens. Er benötige nur ein wenig Zeit, um sich darauf einzustellen.
Sie könne auch am Boden schlafen, bot Cruz an. Sie folgte ihm auf Schritt und Tritt in seine Gästekammer und ließ nicht locker.
In schwierigen Zeiten müssten Mann und Frau mehr Verantwortung füreinander zeigen und flexibel sein, deklarierte Kirk, wie ein träges, totes Tonband. Die Existenz und die Würde der Mitmenschen zu schützen, bedinge gleichermaßen einen respektvollen und sensiblen Umgang mit der Privatsphäre des jeweiligen Partners.
Cruz sagte, sie könne mit seinen Parolen überhaupt nichts anfangen. Sage er ja, oder sage er nein? Sie sei schon ziemlich genervt vom seinem Stil und überhaupt der ganzen alten Zivilisation, die er auf Biegen und Brechen verteidige. Wenig Wunder, wenn sich im Verlauf der Generationen ein tief sitzender Antagonismus aufgestaut habe, der sich erst jetzt, dank allgegenwärtiger Interaktionsmöglichkeiten, entladen könne – müsse.

Zitate

Ein extremes Buch, sehr ungewöhnlich. Für große Bibliotheken.
Katja Buchholz
Ein extremes Buch, sehr ungewöhnlich. Für große Bibliotheken.
ekz. Bibliotheksservice

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