328 S., Klappenbroschur

€ 18.90

ISBN 978-3-85286-180-7

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Peter Karoshi

Grünes, grünes Gras

Unternehmen Ofenburg: Drei Grasfarmer auf der Suche nach dem grünen Rauschen und großen Geld.

"Der Roman unserer Generation" und "Sanft im Geschmack. Freundlich in den Lungen. Schnelle Wirkung. Aber recht erhellend. Fiktion und Realität vermischen sich, seltsame Dinge geschehen. man denkt an Bret Easton Ellis!"

„Erste Lektion für das weitere Leben gelernt: Was Besseres kommt nicht mehr nach.“

Philipp, arbeitsloser Ich-Erzähler, Anfang Dreißig, begegnet seinen zwei künftigen Auftraggebern: dem Blutigen und dem Irren. Sie befreunden sich und Philipp findet sich als Teil einer Gruppe wieder, deren Plan darin besteht, den Planeten zu begrünen.

Der konkrete Arbeitsauftrag besteht darin, 4000 Pflanzen der Gattung Cannabis sativa auf dem Land großzuziehen, auf dass Entspannung und Frohsinn um sich greifen mögen.

Fortan rackern sich Phil und seine beiden Helfer (Bert und Baya) im ländlichen Ofenburg ein Jahr lang ab, um das grüne Wachsen im Niemandsland der Provinz am Laufen zu halten und endlich ans große Geld zu kommen. Aber die Natur ist widerspenstig, das Leben in der Wildnis strapaziös, die Verführung durch Rauschwaren aller Art groß und die Menschen und ihre Bräuche auf dem Land fremd und gewöhnungsbedürftig.
Zu guter Letzt finden die drei auf dem Dachboden ihrer Unterkunft die Leiche einer Selbstmörderin und ganz Ofenburg in wirkliche Verbrechen aus der dunklen Vergangenheit verstrickt.

Mit viel Humor, außergewöhnlicher Fabulierlust und der Freude an Details erzählt Peter Karoshi eine farbige, lebendige und ausgesprochen unterhaltsame Geschichte.

Das Falsche zum richtigen Zeitpunkt getan, bringt immerhin mehr Spaß und Schwung ins Leben.

Wir hatten uns also eingelebt. Es ging uns gut. Ofenburg war auch nach zwei Monaten noch ein verdammtes Bauernnest. Aber das Dorf hatte uns zumindest gezeigt, dass wir nicht völlig allein waren. Es mochte ein Kaff sein, und die zurückgekehrten Bewohner Waldschrate, die ihr Vorratsfleisch noch in den steifen Julibrisen trockneten. Im elementaren Spannungsfeld zwischen sich aus dem Weg gehen und einander doch kennenlernen, unterschied sich aber auch dieses Dorf nicht von anderen gesellschaftlichen Systemen unserer weiteren Umgebung(außer dass drei Viertel der Häuser unbewohnt waren). Ganz konkret hieß das, dass Bert eine Woche zuvor im Chrysler nach Hause gekommen war und uns aufgeregt darüber informiert hatte, dass unser Ende bevorstand. Eins zwei Polizei. Im Namen des Volkes und der Demokratie.
Ein Förster hatte ihn angehalten. An der Einfahrt ins Dorf, um genau zu sein. Hatte sich auf die Straße gestellt, als Bert mit hundert Sachen an Haus Nummero Uno vorbeigebrettert war und ließ die doppelläufige Schrotflinte verdammt lässig an seiner Schulter hängen. Sie pendelte still, so cool war der Förster vor ihm gestanden. Bert stand zitternd vor uns und hatte sich in einen kleinen Wahnsinn hineingeredet. Er riss eine Dose Bier auf und spülte die holpernde Zunge lose. Ob er da oben hin, zum Haus, gehöre, hatte der Jäger gefragt, als er schließlich ans Seitenfenster gestapft gekommen war. Und ob es da seit neuestem einen Hand bei dem Haus geben würde.
An dieser Stelle sahen Baya und ich uns an. Um uns herum wurde es leer und ich merkte, dass mein Gesicht heiß und rot war. Bert zündete sich mit zitternden Händen eine Zigarette an. Die Packung fiel ihm aus der Hand.
Der Stein des Anstoßes, die Wurzel allen Übels, wieso war da niemand früher drauf gekommen! Ich verfluchte Bert und mich. Der Grund für alle diese Sorgen jedenfalls torkelte in dieser Sekunde benommen von Schlaf und Mittagshitze in den Schatten der Scheune. Er setzte sich auf seinen Hundearsch, hob in Zeitlupe die rechte Hinterpfote, versuchte sich kurz den schwarzen Fleck ums Auge herunterzukratzen, gab auf, sah drei Augenpaare auf sich gerichtet und grunzte zweimal tief. Er schlief bereits wieder, bevor sein schwerer Kopf in den Staub gesunken war.

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