Br., 273 Seiten

€ 18.90

ISBN 978-3-85286-096-1

Gerlinde Mauerer

Medeas Erbe

Kindsmord und Mutterideal

Der Kindsmord als "ungeheures" Verbrechen: Entstehung und Analyse im Hinblick auf die Konstruktion mütterlicher und weiblicher Idealbilder - ein spannender philosophischer und kulturhistorischer Streifzug.

Medeas Erbe ist einer philosophischen und kulturhistorischen Analyse des Kindsmordes gewidmet. Das besondere Augenmerk wird hier auf die Fest- und Fortschreibung eines bestimmten Mutterbildes gerichtet, das in individuelle Lebensentwürfe und Biographien von Frauen bzw. Müttern hineinwirkt und diese nachhaltig beeinflußt.
Ausgehend von einer Rezeption des Medea-Mythos und verschiedenen Fassungen dieser Thematik in mythischen und literarischen Vorlagen wird die Geschichte des Kindsmordes als zentraler Topos in der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts beleuchtet.
Die Autorin untersucht historische Fälle von Kindsmörderinnen und Verdächtigten sowie zeitgenössische Mediendarstellungen, deren versteckte Funktion sie nachweist: das Schaffen von Idealbildern bezüglich Weiblichkeit und Mütterlichkeit. Bilder, gegen die reale Frauen und Mütter tagtäglich ankämpfen und an deren Erfüllung sie nur scheitern können.
Ein wesentlicher Aspekt dieser spannenden Analyse liegt darin, dieses "Scheitern" nicht als ein persönliches Defizit, sondern als die Wirkungsmacht eines soziohistorisch gebildeten Komplexes zu enttarnen.

Zitate

Vielleicht ist nichts schwieriger als die Dekonstruktion von Mutterschaft. In diesem Buch ist sie mit sozialwissenschaftlicher Gründlichkeit und diskursanalytischer Brillanz gelungen"
Gerburg Treusch-Dieter

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