Br., 252 S.

€ 18.90

ISBN 978-3-85286-087-9

Erika Hasenhüttl

Feministisch angehaucht?

Zur Genderfrage in der LehrerInnen-Ausbildung

Wachsendes Bewußtsein in Bezug auf Genderfragen? Feministische Schulforschung und Analyse der gegenwärtigen Ausbildung von LehrerInnen am Beispiel Österreich. Ein Buch für alle, die sich praktisch und theoretisch mit Genderfragen und Geschlechterdemokratie im Bereich Schule und LehrerInnenausbildung auseinandersetzen.

Bislang gibt es europaweit keine Verankerung von Gender-Studies in der LehrerInnen-Ausbildung, wiewohl allgemeiner Konsens darüber herrscht, daß LehrerInnen eine Schlüsselrolle im Entwicklungsprozeß zu mehr Geschlechterdemokratie und Chancengleichheit zukommt. Dennoch existieren Initiativen, Projekte und Zielvorstellungen für eine entsprechende Bildung von LehrerInnen in der Bundesrepublik erst vereinzelt, in Österreich noch überhaupt nicht.
Nachdem Erika Hasenhüttl zunächst eine Zwischen-Bilanz der feministischen Schulforschung für den deutschsprachigen Raum vorlegt, nimmt sie anschließend erstmals die Pädagogische Akademie, die in Österreich PflichtschullehrerInnen ausbildet, genauer unter die Lupe. Anhand von zwei ausgewählten österreichischen Akademien wird die institutionelle Ebene unter geschlechtsbezogener Perspektive untersucht. Da geschlechtsspezifische Asymmetrien insbesondere auf personeller Ebene verankert sind, wurden strukturierte Interviews mit Lehrerinnen, die vor dem Ausbildungsabschluß (Sonder-, Volks- und Hauptschule) stehen, durchgeführt und ausgewertet. Dabei war von Interesse, welches Selbst- bzw. Frauenbild angehende Lehrerinnen haben, wie sensibilisiert sie in bezug auf die Geschlechterthematik sind und welche entsprechenden Erfahrungen sie in der Ausbildung gemacht haben. Die in einer spannend-lesbaren Form präsentierten Untersuchungen bringen überraschende Ergebnisse. Deutlich wird, daß mehrere Jahre nach Einführung des Unterrichtsprinzips Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern weder das Lehrangebot an den Pädagogischen Akademien noch das Erleben des Studiums durch die Studentinnen diesem Prinzip entspricht, was um so schwerer wiegt, als die angehenden Lehrerinnen kein Bewußtsein für Genderfragen zeigen und durchwegs traditionelle Geschlechtsrollenvorstellungen haben. Abschließend zieht die Autorin Resümee und entwickelt Perspektiven für eine genderbewußte Ausbildung von LehrerInnen.

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