ca. 260 Seiten, Leinen, Fadenheftung, Leseband

€ 24.00

ISBN 978-3-903184-49-7

Erscheint im März 2020

Bernhard Moshammer

DER MITTELEUROPÄISCHE REINIGUNGSKULT

Anton Wagenbach, der eben noch preisgekrönte Musikkritiker, zieht sich nach der Trennung von seiner Freundin Barbara nach Brighton, England, zurück, um den Untergrundnazi Julius Aschmann ausfindig zu machen. Ein blitzgescheiter Roman über das Leben, die Liebe und das Streben nach Sinn.

Julius Aschmann gründet nach einer mystischen Erscheinung den Mitteleuropäischen Reinigungskult und ist nun um seine eigene Erfolgsgeschichte bemüht. Sein dubioser Weg durch politischen und sektiererischen Staub und Lärm scheint über Esoterikmessen und Gasthaushinterzimmer nicht hinauszuführen – bis er auf die charismatische Julia Mantz trifft, mit der er eine unheilvolle Beziehung eingeht.
Hans Tellar, Performancekünstler und Freund Wagenbachs, wird nach einem Auftritt in einem Linzer Nazischuppen von allen Seiten geächtet und landet schließlich im Gefängnis.

Ein sprachgewaltiger, kluger und leidenschaftlicher Roman, angesiedelt mitten im freien Spiel der Kräfte unserer Zeit, die er beleuchtet, durchmisst und durcheinanderwürfelt, weil man nur kraft Selbstkritik der Wirklichkeit näherkommen kann. Moshammers Figur des Wagenbach überzeugt mit seiner Selbstkritik, bricht Schubladen auf, schaut genau hin und denkt quer. Ein wichtiges Buch.

„Das Ideal der wahren, reinen und bedingungslosen Liebe ist im Grunde nichts wert. Die Liebe muss relativiert werden, wenn der Mensch nicht an ihr zugrunde gehen will. Die Vorstellung von Liebe, der wir seit tausend Jahren hinterherlaufen, hat uns in den Abgrund geführt. Das wissen wir doch, Schatz.“
„Ja, aber was heißt das jetzt?“
„Keine Ahnung.“
„Aber es muss doch etwas bedeuten. Was machen wir mit dieser Erkenntnis?“
„Gar nichts. Wir haben es durchschaut, das muss genügen. Es gibt nur uns beide und kein Zurück. Wir machen einfach weiter.“

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