€ 26.00
ISBN 978-3-903460-51-5
ca. 280 Seiten
gebunden mit SU und Leseband
Erscheint März 2026
Stefan Tafler, Maik Baumgärtner
Liebe der Armen
Der Roman „Liebe der Armen“ macht das Wien der Spätmonarchie hörbar: Arbeit, Hunger, Gewalt, Wirtshaus, Bordell – ungeschönt, lebendig und bis heute gegenwärtig.
Wien-Josefstadt, ein Zinshaus 1914, der Erste Weltkrieg steht kurz bevor. Hier
spielt ein Gesellschaftsroman, der das Leben der kleinen Leute, der Taglöhner,
Heimarbeiterinnen und Arbeitslosen im Hinterhof des 8. Bezirks scharf und zärtlich zugleich beschreibt.
Wir schreiben die 1910er Jahre und befi nden uns in der Laudongasse, hier wohnen in sehr ärmlichen Verhältnissen die Pluhaks, die Filleders und die Hunaschs. Frau Pluhak hat einen Alkoholiker als Mann, aber auch einen jüngeren Geliebten, Heinrich, der sich von ihr aushalten lässt. Und zwei Kinder, die Milli und den Vickerl, der die Mizzl liebt. Die Milli kann sich den Avancen von Heinrich nicht mehr entziehen, also fangen die zwei ein ungleiches Verhältnis an.
Die Tochter der Filleders, die Fini, ist bildhübsch, das ist gut, denn dann werben reiche Männer um sie, was für Mutter Filleder sehr wichtig ist, denn dann kann sie Schinken kaufen und eine schönere Kommode und den Nachbarinnen erzählen, dass sie mehr Geld haben als sie. Die Hunaschs haben auch zwei Töchter, die unter die Haube sollen, die Berta und die Maltschi. Und Frau Heindl betreibt ein lukratives Bordell, wo alle Töchter des Zinshauses gern gesehen wären. Das ist die Liebe der Armen.
Im Zinshausuniversum Stefan Tafl ers kreisen starke, dominante Mütter und schwache, passive Väter um ihre Töchter und Söhne. Die Söhne treten in die Fußstapfen ihrer trinkenden Väter, die Töchter sollen den sozialen Aufstieg durch die Ehe mit einer „guten Partie“ schaffen. Das Leben der Armen: ein Überleben, immer auf der Suche nach Arbeit und Geld. Die Liebe der Armen: dem sehr ähnlich.